Bodden Bash Training Teil 2

Der nächste Tag sollte auf einem für Motorboote schlecht erreichbaren Gewässer verbracht werden. Die Hoffnungen auf viele Fischkontakte waren gegeben und schon in der ersten Drift am Morgen konnte ich 3 Fische zum Anbiss und Rundgang im Kajak überreden. Wenngleich die Fische wirklich keine Rekorde brechen konnten, war es ein actionreiches Angeln, was ich beim Hechtangeln bisher noch nicht erleben konnte. mini-pike

Die weiteren zahlreichen (Fehl-)bisse spielten sich alle in unmittelbarer Schilfnähe ab und ich konnte schon Köder für das Wochenende zurücklegen, an dem man natürlich mehr und größere Fische fangen wollte, als die (internationalen) Gäste des Bodden Bashs. Und genau dieses „Köder-Aufsparen“ ist eine Sache, die mich in der Woche echt gestresst hat. Alle Köder, bis auf einen 5“ Camo Sea Shad, die Erfolg brachten, hatte ich nur genau einmal dabei. Die will man natürlich nicht verbrauchen/verlieren um dann am  Gemeinschaftsangelwochenende nur mit Ködern ohne Vertrauen fischen zu müssen. Gut, so kam es, dass die Bisse bei mir ausblieben und als dann noch der Wind sehr stark zulegte und das Fischen ohne Anker (denn Ankern ist am Bodden nicht überall erlaubt) in Schilfnähe nicht mehr möglich war, haben wir beschlossen, dass wir dem Übel ins Gesicht schauen: Komplett gegen den Wind an das andere Ufer paddeln. Hier hatte ich das erste Mal die Befürchtung, dass das Kilroy ohne Lenzlöcher fehl am Platz sein könnte, weil die Wellen regelmäßig ins Boot schlugen. wave-crashing-into-kilroy

Aber nein, das Boot blieb ohne Einschränkung stabil. Endlich angekommen, konnten wir mit ablandigem Wind deutlich angenehmer fischen. Da ich ja immer noch am Köder-Testen war, hing ich auch mal Köder (deutlich) unter 15cm in den Snap. Das hat mir zwar noch zwei Hechte ins Boot gebracht, aber die nötigen OP’s haben mich dazu bewegt zum gezielten Hechtangeln nur noch deutlich größere Köder zu verwenden, die nicht so ohne weiteres Verschlungen werden können. Daniel hingegen hat wieder mal (nur) die Barsche gefunden und zahlreich ans Band bekommen. Erschöpft und geplagt von Mücken freute ich mich tierisch auf das Abendessen im Gasthaus Schilling. Aber erstmal musste ja das vollgeschlagene Kajak die Uferböschung hochgetragen werden. Das war dann doch etwas anstrengender als Gedacht am Ende des Angeltages… Zurück zum Gasthaus: Ohne zu übertreiben war das in dem Moment für mich das beste Restaurant überhaupt. Ehrlich, die Burger vom Öhe-Rind sind schon wirklich lecker, selbst mit Spiegel-Ei (Insider). 

Mittwoch wollten wir dann anfangen die Einsetzpunkte für das Wochenende anzutesten. Wir haben uns mit Hilfe der Navionics Webapp einen Plan zurechtgelegt und die erste Drift bestätigte diesen so gut, wie es nicht besser ging. Ich fing bei den ersten vier Würfen vier Fische. Die ersten drei Fische waren Barsche, die sich ein 7cm Jig einverleibt haben, die Barsche hatten 30cm, 35cm und der letzte 40cm. 40cm-perch

Allerhöchste Zeit auf ordentliche Hechtköder zu wechseln, im Kilroy aufzustehen und den 20cm Shad gen Horizont zu feuern und  … es kam über mich, wie eine Dampflok. Die Biomaster Select Shad (130g WG) war von jetzt auf gleich krumm und der Fisch am anderen Ende hat sich von seiner stärksten Seite gezeigt. Meine Knie zitterten, da ich den Tag zuvor viele Hechte unmittelbar vorm Kajak verloren habe und diesen Hecht musste ich einfach Landen. Daniel hatte aus der Ferne gesehen, wie die Select Shad, die wirklich Power hat, in die Knie ging und sich bis unter mein Kajak bog und eilte sofort zur Hilfe. Er schnappte sich meinen Kescher, sodass ich mich darauf konzentrieren konnte den Hecht immer auf Spannung zu halten und zwar ausschließlich horizontale Spannung, sodass die gefährlichen Sprungeinlagen hoffentlich ausgespart werden. monster-pike-next-to-kilroy

Als der Fisch dann endlich im Kescher war, haben wir erst begriffen, wie groß der Heringsfresser war. Erst mal musste ich jetzt das Kilroy etwas aufräumen, sodass ich den Hecht so schnell wie möglich versorgen konnte. Daniel bereitete das Handy zum fotografieren vor, wir legten das Maßband raus und alles ging zum Glück ganz schnell und reibungslos vonstatten. Der Fisch war 1,23m lang und genau so lang dauerte es an, bis ich realisiert habe, was gerade passiert war. monster-pike-in-my-hands

Dieser Fisch ist definitiv die Krönung meines ganzen Anglerlebens. Ein Traumfisch, den man wirklich Fisch des Lebens nennen kann während man sich gleichzeitig bewusst wird, dass dieser PB durchaus ein Leben lang bestehen kann. Jetzt, in der Mittagshitze mussten wir erst mal ans Ufer, Sarah hat uns auf einen Kaffee eingeladen und wir haben uns ein paar Eier in die Pfanne gehauen. Abends sind wir nochmal raus aufs Wasser, den Spot vom Vormittag wollten wir für das Wochenende schonen, also sind wir 2 Stunden zum nächsten vielversprechenden Spot gepaddelt. Hier konnte Daniel erneut Barsche verhaften, ich war irgendwie noch etwas paralysiert und war nicht wirklich produktiv, was das Fischen anging. Im Dunkeln sind wir wieder zurück ins Camp gepaddelt, wo inzwischen viele nette Leute ein gemütliches Beisammensein pflegten.. 

Fortsetzung folgt.

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